Die Ähra „GüWi“ (1975 – 2003)

GüWi ist die FZ-interne Abkürzung für Günter WIEDEMANN (Jhg. 1942) und steht für den Fanfarenzug, wie ihn die Bregenzer Bevölkerung kennt: Flott, fesch, engagiert, immer und überall dabei und zu jeder Schandtat bereit!
GüWi steht aber auch für alle Höhen und Tiefen, die ein Verein nur erleben kann und dafür, dass wir heuer unser 50-Jahr-Jubiläum überhaupt feiern können.
Günter ist bereits bei der Gründung des OreOre im Jahr 1956 dabei, jedoch nicht als FZ’ler sondern als Mitglied der Clown-Gruppe.
Zum FZ kommt er erst im Jahr 1966, als ihm seine frisch angetraute Gattin mitteilt, dass sie keinen „ewigen Clown“ als Gatten haben möchte. Günter wird daraufhin beim FZ aktiv. Als Bläser bei der 3., dann bei der 2. Stimme und ab dem Jahr 1975 als Zugführer, gelingt es Günter, dem passionierten Jasser, leidenschaftlichen Biertrinker und „Smart-Raucher“, die Kameradschaft im FZB weiter auszubauen und den Verein zu dem zu machen, was er heute ist.
Es wird ein geregeltes Vereinsleben eingeführt, Aufgaben verteilt (eine seiner großen Stärken!), ein geregelter (mittlerweile ganzjähriger) Probenbetrieb angestrebt, Ausflüge organisiert, nationale und internationale Kontakte aufgebaut, usw..
Auch in Sachen Finanzen nimmt es der ehemalige Kassier der Stadtmusik sehr genau und es werden Konzepte erarbeitet, wie der Verein zu Geld kommen kann. Eine dieser Ideen lebt heute noch in Form des Gardeballs, welcher 1978 seine Premiere im Gösserbräu erleben durfte. Seither hat sich der Gardeball am Rosenmontag zu einem gesellschaftlichen Großereignis entwickelt. Das restlos ausverkaufte „Gösser“ und die ungeheure Nachfrage an Ballkarten beweisen dies Jahr für Jahr. Auch die tolle Stimmung und Ausgelassenheit unter den Ballbesuchern ist beim Gardeball einzigartig.
Ende der 70er-Jahre trennt sich der FZB von der ungeliebten grünen Uniform und gibt sich ein neues Erscheinungsbild. Diese neue Uniform wurde erstmals im Fasching 1979 getragen und sollte (mit einigen Ergänzungen) den FZB bis ins Jahr 2000 kleiden. In jenem Fasching sah man auch die Garde zum letzten Mal, die sich aufgrund von Nachwuchs- und Führungsproblemen auflöste.
Zu Beginn der 80er-Jahre hatte der FZB mit massiven Nachwuchsproblemen zu kämpfen. Mit nur ca. 15 Mann bestritt man jedoch
wacker alle Auftritte. Absolutes Negativ-Highlight dieser Zeit war ein Auftritt mit 2 (!) Bläsern vor dem Rathaus am „gumpigen Donnerstag“ im Jahr 1980. GüWi hat aber auch in dieser Lage nicht aufgegeben, sondern sich etwas einfallen lassen, damit der FZ Bregenz weiter bestehen kann.
So holte man sich Verstärkung von den „Grünen“ (=Fanfarenzug der Narrenzunft Lindau) und begann unter dem damaligen musikalischen Leiter Jürgen SPESCHA (FZ Lindau) einige neue Stücke einzustudieren. Diese werden zum Teil heute noch gespielt und können als "typische" FZB-Stücke betrachtet werden. Durch eine groß angelegte Werbeaktion konnten wieder neue Mitglieder gewonnen werden und der Verein war gerettet!
Im Juni 1981 fand erstmalig ein gemeinsamer Ausflug ins Südtirol statt. Diese nette Tradition lebt bis heute und so hat der FZB mittlerweile schon halb Europa bereist.
Besonders hervorzuheben ist das Fest „Brigantium 2000" im Mai 1985.
Zu diesem römischen Stadtfest entwarf und schneiderte sich der FZB in wochenlanger Arbeit eine originalgetreue, römische Legionärsuniform, die in und um Bregenz für viel Aufsehen sorgte. Aus Geldnot mussten wir diese jedoch bald schon verkaufen und bereuen es bis heute, dass wir uns davon getrennt haben. 1990 wurde durch die neuen roten Hemden und Stutzen wieder etwas Farbe ins Spiel gebracht. Mit dem Kauf zweier Helikon 1993 (Hörner in der Tonlage der Posaune) und zweier Parforcehörner 1995 (ähnlich dem Waldhorn) wurde auch musikalisch aufgerüstet und der dadurch gewonnene neue Sound sogleich in neue, flottere Stücke umgesetzt.
1993 wurde dem FZB von der Stadt Bregenz eine Paradefahne spendiert. Die Patenschaft übernahm Frau Rosmarie LUGER, verh. SALZMANN. Diese Fahne wurde uns jedoch im Fasching 2001 nach einem Auftritt entwendet und trotz akribischer Suche und Zeitungsinseraten mit Finderlohn, ist dieses schöne Stück bis heute nicht mehr aufgetaucht.
Ein weiterer Meilenstein ist die 1995 erfolgte Übernahme des ersten, eigenen Probelokales in der Bahnhofstr. 47. Nachdem die Proben in diversen Schulen und im Gösserbräu auf Dauer zu mühsam waren und ein Verein wie der FZB auch ein eigenes Heim benötigt, war es wiederum GüWi, der es fertig brachte, dass wir dieses Lokal bekommen haben. Dank tatkräftiger Unterstützung der aktiven Mitglieder, die in unzähligen Stunden den Umbau erledigten, sind wir bis heute froh, dass wir ein so schönes Heim haben.
Im Jahr 1996 wird Günter WIEDEMANN für seine Verdienste für den Bregenzer Kinderfasching die höchste Auszeichnung des OreOre, der „Goldene Schnorrapfohl“ verliehen.
1999 nimmt der FZB an einem internationalen Karnevaltreffen in Prag teil. Die schöne Reise, die wunderbare Stadt und die tolle Stimmung beim Umzug vom Schloß über die Karlsbrücke zum Wenzelsplatz, stellen ein weiteres Highlight in der FZ-Geschichte dar.
Seit dem Jahr 2000 tritt der FZB in komplett neuen Uniformen auf. Die Präsentation, am 14. Jänner 2000, in der Fußgängerzone, mit einer Vorführung aller bisherigen Uniformen und der „Enthüllung“ der neuen Uniformen mit Licht und Nebeleffekten, stieß auf großes Interesse seitens der Bevölkerung und der Medien.
Im Jänner 2001 überbrachte der FZ gemeinsam mit dem Prinzenpaar die Grüße aus der Landeshauptstadt an die Besucher des Balls der Vorarlberger in Wien. Im gediegenen Ambiente des Palais Ferstl wirkte der FZB wie das berühmte Tüpfchen auf dem i und viele Ballbesucher und FZ’ler werden diesen tollen Abend in Wien nicht so schnell vergessen.
Am 14. Juni 2003 übergibt Günter WIEDEMANN, nach 28 Jahren an der Spitze des FZB, im Rahmen eines großen Abschiedsfestes das Kommando über den FZB seinem Sohn und musikalischen Leiter, Stefan WIEDEMANN. Günter wird mittels Dekret und eigenem, ursprünglich weißen Gilet, das GüWi, dann einfach zu einem „schwarzen“ werden ließ,  zum „Fanfarenmajor“ ernannt.
Viel zu früh, hat uns Günter jedoch verlassen. – Am 17. Jänner 2008 verstarb er nach kurzer, schwerer Krankheit. Beim Trauergottesdienst spielte ihm „sein FZ“ zum letzten Geleit.